eh nur 21!?

 

 

 

“Leh­rer arbei­ten sowieso nur 21 Stun­den pro Woche.”

“Leh­rer­sein is ja eh super! Ein gut bezahl­ter Halb­tags­job, bei dem ich noch mei­nen ande­ren Inter­es­sennach­ge­hen kann.”

“Leh­rer haben vor­mit­tags Recht und nach­mit­tags frei.”

Das ist nur ein kur­zer Aus­zug aus der Vor­ur­teils­kiste, die vom media­len Dis­kurs — man erin­nere sich nur an die gerade aus­ge­foch­tene Dienst­rechts­de­batte — regel­mä­ßig und zum Leid­we­sen aller befüllt wird. Zum Leid­we­sen aller? Ja, tat­säch­lich. Ein der­ar­tig kon­stan­tes, nega­ti­ves Füt­tern der öffent­li­chen Mei­nung scha­det nicht nur dem Image der Lehrer/innen selbst und deren Selbst­wert oben­drein, son­dern unse­ren Kin­dern, ihren Eltern, der Poli­tik und schluss­end­lich der Gesell­schaft als Gan­zes.

eh nur 21!? ver­sucht hier gegen­zu­steu­ern. Wie kann ich als ein­zelne Lehr­kraft die Situa­tion ver­bes­sern und mich zu neuen Leis­tun­gen moti­vie­ren? Was tut sich denn in Öster­reichs Bil­dungs­sys­tem wirk­lich? Was funk­tio­niert denn eigent­lich schon sehr gut? Was leis­ten exzel­lente Lehr­kräfte schon jetzt? Was kön­nen wir machen, um den Leh­rer­be­ruf wie­der auf­zu­wer­ten und warum ist das wich­tig? Was soll/kann/muss sich denn tat­säch­lich ändern in unse­rem Bil­dungs­sys­tem? Wo wird uns das schon vorgemacht?

Und warum wirft nie­mand Frau Thurn­her oder Herrn Wolf (oder irgend­ei­nem ande­ren Fern­seh­mo­de­ra­tor zu die­sem Zwe­cke) vor, dass sie/er nur 20 Minu­ten pro Tag arbei­tet, weil man sie auch nicht län­ger im Fern­se­hen zu Gesicht bekommt? Dass oft mehr dazu­ge­hört, als unmit­tel­bar ins Auge fällt, ist sicher nicht für jeden leicht nachvollziehbar.

Dass es schwarze Schafe gibt, ist auch keine Eigen­heit des Bil­dungs­sys­tems. Warum aber müs­sen alle, die ihre/n Beruf(ung) best­mög­lich aus­le­ben dafür mit­lei­den? Genau diese — rie­sige — Gruppe an exzel­len­ten Lehrer/innen sollte uns doch am Her­zen lie­gen, da sie tag­täg­lich unsere Zukunft mit­ge­stal­ten. Genau das Gegen­teil wird aber gelebt und selbst die Tat­sa­che, dass jeder Öster­rei­cher zumin­dest 9 Jahre lang in engem, oft nicht zum roman­ti­schen Rück­blick ein­la­den­den Kon­takt mit der Schule stand scheint hier nicht zu helfen.

eh nur 21!? möchte den Blick auf das Gute len­ken, damit Gutes bleibt und noch mehr Gutes passiert.

Bern­hard (28 Posts)

Bern­hard stu­dierte Inter­na­tio­nale Betriebs­wirt­schaft sowie Stra­te­gie, Inno­va­tion und Con­trol­ling mit den Schwer­punk­ten Inter­na­tio­na­les Mar­ke­ting, Unter­neh­mens­grün­dung, Inno­va­ti­ons­ma­nage­ment und Beha­vio­ral Finance in Wien, Mon­treal und Neu-Delhi. Er sam­melte in meh­re­ren inter­na­tio­na­len Pro­jek­ten und Unter­neh­men Erfah­run­gen im Bereich Con­sul­ting, Inno­va­ti­ons­ma­nage­ment, Social Entre­pre­neurship und Ven­ture Capi­tal. Der­zeit ist er als Leh­rer für Eng­lisch, Mathe­ma­tik und Infor­ma­tik an einer Neuen Mit­tel­schule im 10. Wie­ner Gemein­de­be­zirk tätig.