Die Stimme und die Nerven schonen mit NONVERBALEM KLASSENZIMMERMANAGEMENT

 

„Leh­rer sind Sai­son­ar­bei­ter, deren Zungen

lange vor allen ande­ren Tei­len ihres Kör­pers müde und ver­braucht sind.

Michael Grin­der

Der Lehr­be­ruf kann sehr anstren­gend sein. Aber es muss nicht so sein. Über­le­gen Sie einmal:

  • Wel­che Schul­tage sind für Sie beson­ders anstrengend?
  • Was pas­siert an den Tagen, an denen Sie erschöpft nach Hause gehen?

Ich wage zu behaup­ten, dass dies an den Schul­ta­gen pas­siert, an denen Sie sehr viel reden. Viel­leicht regen Sie sich auf oder Sie rut­schen aus und schimp­fen mit Schü­lern, die sich unmög­lich verhalten.

Unser Ziel beim non­ver­ba­len Klas­sen­zim­mer­ma­nage­ment ist es, mit mehr Ener­gie nach Hause zu gehen, als wir am Anfang des Schul­ta­ges hat­ten.  Es hört sich gut an, nicht wahr? Und wie sollte das vor sich gehen?

Kurz zusam­men­ge­fasst

Spre­chen Sie ganz bewusst weni­ger im Klas­sen­zim­mer. Scho­nen Sie Ihre Stimme und Ihre Ner­ven in dem Sie die Klasse mit non­ver­ba­len Mit­teln mana­gen und heben Sie Ihre Stimme lie­ber für die Ver­mitt­lung vom Stoff auf. Gleich­zei­tig neh­men Sie sich einen Schritt zurück und beob­ach­ten Sie sich selbst und auch die heik­len Situa­tio­nen im Klas­sen­zim­mer – mög­lichst emotionslos.

Wenn Sie weni­ger spre­chen und in die Beob­ach­ter­rolle rut­schen, tun Sie etwas Kon­kre­tes. Sie han­deln: Sie suchen aktiv Lösun­gen – aber emo­tio­nal sind Sie weni­ger stark invol­viert und belas­tet. Sie kön­nen sach­li­cher han­deln. Die Ten­denz zum Über­rea­gie­ren wird gerin­ger. Sie wah­ren dadurch Ihre Aus­strah­lung der posi­ti­ven Auto­ri­tät der Klasse gegen­über und gleich­zei­tig legen Sie das Gefühl der Ohn­macht ab.respektiert meine autorität

Die Tech­ni­ken, die hier vor­ge­stellt wer­den, sind die The­men, mei­ner Semi­nare und Bücher zum “Non­ver­ba­len Klassenzimmer-management”. Sie sind Ansätze, die auf NLP Erkennt­nis­sen basie­ren und die ich als Leh­re­rin sowohl in einer bilin­gua­len Mit­tel­schule für 10– bis 14-Jährige, als auch frü­her an einer Han­dels­aka­de­mie für 14– bis 19-Jährige selbst ein­ge­setzt habe oder die mir von Leh­rern mei­ner Leh­rer­fort­bil­dungs­kurse aller Schul­stu­fen – von Kindergarten-lehrerInnen, über Aus­bil­de­rIn­nen in der Erwach­se­nen­bil­dung bis zu Uni­ver­si­täts­do­zen­tIn­nen – vor­ge­stellt wor­den sind. Sie bie­ten Theo­rie, aber vor allem hand­feste Werk­zeuge, die Leh­rer im Klas­sen­zim­mer das machen las­sen, was sie am meis­ten wol­len – näm­lich unterrichten!

Was ist eigent­lich „nonverbal“

Wis­sen­schaft­ler haben fest­ge­stellt, dass ca. 82% unse­rer Kom­mu­ni­ka­tion auf der non­ver­ba­len Ebene statt­fin­det.  Das heißt, wir sind immer dabei zu kom­mu­ni­zie­ren – ob wir spre­chen oder nicht. Aber was beinhal­tet der Begriff „non­ver­bal“? Sehr oft ver­steht man unter die­sem Begriff nur Mimik und Ges­tik. Aber in die­sem Fall, im Klas­sen­zim­mer­ma­nage­ment, wird die­ser Begriff erwei­tert und beinhaltet:

  • Mimik und Gestik
  • die Kör­per­hal­tung
  • die Art der Bewegung
  • die Stimme
  • der Ort, d.h. wo man sitzt oder steht im Klassenraum
  • Peri­phere Infor­ma­tio­nen im Raum. Diese kön­nen visu­ell, audi­tiv, kinest­hä­tisch, olfak­to­risch (rie­chen) oder gusta­to­risch (schme­cken) sein. Zum Bei­spiel, wenn ein Schü­ler zum ers­ten Mal das Klas­sen­zim­mer betritt, bekommt er sehr viel Infor­ma­tio­nen – bevor ein ein­zi­ges Wort aus­ge­spro­chen wird – über die Ein­stel­lung der Lehr­kraft zum Ler­nen und zur Schule.

mimik gestikDiese Ele­mente, sys­te­ma­tisch und über­legt ein­ge­setzt, geben Ihren Schü­lern Infor­ma­tion und Zei­chen, die sym­bo­li­sie­ren, was zu tun ist und wie sie rea­gie­ren sol­len. Sie geben dem Schü­ler Sicher­heit und kre­ie­ren eine angst­freie, pro­duk­tive Umge­bung. Sie sind auch die Grund­lage Ihrer posi­ti­ven, natür­li­chen Auto­ri­tät, die essen­ti­ell für die erfolg­rei­che Füh­rung der Klasse ist.

Einer der wich­tigs­ten non­ver­ba­len Aspekte ist das Set­zen von Ankern. Anker kön­nen mit Ritua­len, Signa­len oder Ver­ein­ba­run­gen ver­gli­chen wer­den, die bestimmte Gefühle oder Reak­tio­nen (einen bestimm­ten inne­ren Zustand) in unse­ren Schü­lern oder in uns selbst aus­lö­sen. Wir wol­len bei den Schü­lern einen inne­ren Zustand errei­chen, der sowohl das Ler­nen för­dert, als auch eine bestimmte Erwar­tungs­hal­tung auf­baut. Wenn der Leh­rer z.B. am Beginn jeder Stunde ein bestimm­tes Musik­stück spielt, wis­sen die Schü­ler auch ohne dass es ihnen gesagt wird, dass jetzt die Stunde beginnt.

Der Leh­rer kann auch ein­zelne Punkte im Raum für ver­schie­dene Zwe­cke als Anker benut­zen. Der “Erzähl­an­ker” löst bei den Schü­lern dann die Erwar­tungs­hal­tung “Jetzt hören wir gleich eine Geschichte” aus. Ein ande­rer Platz kann zum Aus­drü­cken nega­ti­ver Gefühle bestimmt wer­den oder als Dis­zi­pli­nie­rungs­an­ker ein­ge­setzt wer­den. Wenn die Leh­re­rin zu die­sem Platz geht, wis­sen die Schü­ler auto­ma­tisch was jetzt kom­men wird. Des­halb braucht die Lehr­kraft gar keine oder zumin­dest nicht so viele Worte, um zu dis­zi­pli­nie­ren. Oft genügt schon das Gehen zum Anker­punkt, bzw. das Ein­neh­men einer bestimm­ten Kör­per­hal­tung, dass der stö­rende Schü­ler sein Ver­hal­ten ändert.

Leh­rer kön­nen die Anker­punkte auch dazu benüt­zen, in sich selbst ein Gefühl der Asso­zia­tion oder Dis­so­zia­tion zu erzeu­gen. Ist der Leh­rer asso­zi­iert, heißt das, er ist in eine Situa­tion mit allen sei­nen Gefüh­len und Gedan­ken invol­viert. Nor­ma­ler­weise ist die­ser Zustand gut aber manch­mal ist es bes­ser, sich gefühls­mä­ßig nicht zu enga­gie­ren, z.B. wenn man einen Schü­ler dis­zi­pli­nie­ren muss. Dabei ist es bes­ser, die Situa­tion objek­tiv zu sehen, gewis­ser­ma­ßen aus der Per­spek­tive eines Außen­ste­hen­den. Das bedeu­tet dis­so­zi­iert zu sein.

Bei Unter­su­chun­gen ist  fest­ge­stellt wor­den, dass Lehr­kräfte bis zu 50% ihrer Unter­richts­zeit beim Klas­sen­zim­mer­ma­nage­ment ein­set­zen. Mit die­sen und vie­len ande­ren Tech­ni­ken wird ihnen gehol­fen, diese Zeit zu mini­mie­ren und end­lich das zu tun, was ihre Moti­va­tion für den Lehr­be­ruf war – näm­lich zu unterrichten.

Wei­tere Informationen:

pearl.nitsche@chello.at bzw. www.pearls-of-learning.com

Face­book: Pearls of Learning

… als Semi­nare bewährt … als BÜCHER erhältlich!

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Pearl Nit­sche (1 Posts)

Pearl Nit­sche, gebür­tige Ame­ri­ka­ne­rin, die seit über 30 Jah­ren in Wien lebt, ist begeis­terte Leh­re­rin, Leh­rer­aus­bild­ne­rin, Sprach– und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­trai­ne­rin wie auch inter­na­tio­nale Kon­fe­renz­spre­che­rin.Sie hat in den letz­ten 20 Jah­ren tau­sende Leh­re­rIn­nen in ganz Öster­reich wie auch in 24 Län­dern euro­pa­weit –von Sibi­rien bis Istan­bul– und auch in Nord– und Süd­ame­rika aus­ge­bil­det. Ihre Spe­zi­al­ge­biete sind “Non­ver­ba­les Klas­sen­zim­mer­ma­nage­ment” und “Gehirn­freund­li­ches Ler­nen”.Sie hat Unter­richts­er­fah­rung in allen Alters­grup­pen vom Kin­der­gar­ten bis zur Uni­ver­si­tät, arbei­tet seit über 20 Jah­ren in der Erwach­se­nen­bil­dung und unter­rich­tete bis vor eini­gen Jah­ren 10-bis 14-Jährige in einer bilin­gua­len Schule in Wien.Sie liebt ihre Arbeit!


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  • respek­tiert meine auto­ri­tät: jatop
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